Mein LO
Sven Ludwig/Redaktion
14.01.2009

Elternarbeit per Internet: Erfahrungen und Tipps

Sven Ludwig, selber Grundschullehrer, gibt in seinem Beitrag Tipps und Erfahrungen weiter, wie digitale Medien Kommunikation mit Eltern verbessern können. Geben sie doch bei Bedarf diese Anregung an den Klassenlehrer Ihres Kindes weiter.
 

Elterngespräche sind wichtig aber häufig auch sehr zeitintensiv. Davon abgesehen ist es manchmal schwierig, Eltern zu erreichen, da diese arbeiten müssen und die "Öffnungszeiten" der Schule sich zurzeit in der Regel doch mehr auf den Vormittags- und frühen Nachmittagsbereich beziehen. Viele Eltern würden sich auch gerne am Schulleben aktiv beteiligen, können dies aber oft nicht, da sie in ihrem Job nicht immer flexibel sind. Wie kann man Eltern dennoch intensiver in das Schulleben einbeziehen, sie über die Unterrichtsinhalte und -ergebnisse ihrer Kinder informieren?

 

Austausch zwischen Schule und Elternhaus

Wie können Eltern noch regelmäßiger und außerhalb der Sprechstunden oder Elternsprechtage über das Wirken ihrer Kinder informiert werden?

  • Klassennewsletter
    Seit Beginn der ersten Klasse erhalten die Eltern einen in unregelmäßigen Abständen, meist monatlich erscheinenden Newsletter per E-Mail zugesandt. Dieser informiert über Unterrichtsinhalte, Ausflüge und Aktionen und gibt beispielsweise Links zu Angeboten außerhalb des Unterrichts.
  • Kommunikation per E-Mail
    Außerdem können die Eltern per Mail Fragen an mich richten. Dies hat zum einen den Vorteil, dass die Eltern sich nicht unbedingt für die Sprechstunde, die ich nur ungern abends um 18 Uhr anbiete, frei nehmen müssen und Informationen und Rückmeldungen per Mail sehr zeitnah ausgetauscht werden können. Zeitraubende und manchmal überflüssige Privatgespräche finden im Rahmen dieser Kommunikation nicht statt. Bei schwierigen Kindern, bei denen die Eltern eine ständige Rückmeldung und Information benötigen, gelingt der Austausch zeitnah und zuverlässig. Voraussetzung für diese Art der Informationsübermittlung ist natürlich ein Internetanschluss der Eltern. Diese Bedingung ist von Schule zu Schule recht unterschiedlich einzuschätzen. Eltern, die nicht per Mail informiert werden wollen oder können, bekommen die Infos über den alten Weg der Postmappe des Kindes.
  • Newsletter nur als Zusatzangebot
    Auf keinen Fall soll der Newsletter die Sprechstunden oder Elternabende ersetzen. Persönliche Treffen und Gespräche sind nach wie vor wichtig, zum Beispiel bei Gesprächen über Problemkinder oder der Planung für die Klassenfahrt. Für Informationen zum Unterricht hat sich die Kommunikation per Newsletter und E-Mail bewährt und wird von den Eltern durchweg positiv angenommen. Dennoch biete ich einmal in der Woche eine offene Sprechstunde an.

Präsentation auf Schul-und Klassenhomepage

Kein Kind produziert in Kunst oder Sachunterricht gerne, wenn die Ergebnisse danach im Hefter verschwinden. An unserer Schule werden zu jedem Projekt (beispielsweise Thema Jahreszeiten) Ergebnisse aus dem Kunstunterricht ausgestellt. Es gibt wechselnde Ausstellungen in der Schule.
Für Eltern, die jedoch nicht immer Zeit finden, sich in der Schule die Arbeitsergebnisse ihrer Kinder anzusehen, haben wir zum einen eine Schulhomepage, die aktuell über Aktionen des Schullebens informiert. Ergebnisse aus dem Kunst- oder Sachunterricht der Klasse werden von den Schülerinnen und Schülern auf unserer Klassenhomepage veröffentlicht.

Fazit

Ich habe mit diesen Angeboten in meiner Klasse bisher gute Erfahrung gemacht. Die Eltern von eher verschlossenen Kindern, die nicht gerne erzählen, erhalten einen Einblick in den Unterricht und müssen nicht wöchentlich meine offene Sprechstunde nutzen. Auf keinen Fall soll aber der Eindruck entstehen, dass der persönliche Kontakt zu den Eltern wegfällt, im Gegenteil, der Newsletter und die Klassenhomepage vergrößern den Austausch zwischen Schule und Elternhaus im Sinne der Öffnung von Schule. Das gemeinsame Ansehen der Klassenhomepage durch Eltern und Kinder macht allen Beteiligten Spaß.

Zum Autor

Sven Ludwig ist Lehrer an einer Grundschule in Pulheim-Stommeln.

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